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In Zeiten der Formel 1 oder anderen grossen Sportereignissen mag dem geneigten Champagnerfreund ein eiskalter Schauer den Rücken herunterlaufen, wenn euphorisch die grossen Flaschen geköpft und das teure Gut in die Menge oder über den Kopf des Siegers verspritzt wird. Auch eine Möglichkeit, Champagner zu geniessen…
Was dort im Übermaß praktiziert wird, ist oftmals im kleinen oder privaten Kreis genau das Gegenteil. Sowohl bei unseren Seminaren, aber auch bei Treffen mit Freunden, die nicht so oft Champagner trinken, kommt immer die Frage auf, wie man Champagner denn „richtig“ trinkt! Kleine Schlückchen zu nehmen ist kontraproduktiv zum Genuss! Denn so kann der Champagner seine wirkliche Aromenvielfalt gar nicht ausbreiten und den Geniesser mit allen Regeln der Kunst umgarnen.

Zum wahren Genuss ist es notwendig, einen guten Schluck zu nehmen, der den Mund füllt. Der Champagner muss mit seiner Perlage in der Mundhöhle anstossen und sie in ein kleines Feuerwerk prickelnder Ekstase verwandeln. So kann der oftmals komplexe Körper, nach Jahren der Reife in der Flasche, zeigen, was er wirklich zu bieten hat. Mit der Zunge wird nun der Geschmack an die verschiedensten Zentren im Mund bewegt. So gibt der Champagner die verschiedensten Geschmacksnoten preis, lässt die Mousse langsam weniger werden und bietet nach ein paar Sekunden den perfekten Zeitpunkt zum Herunterschlucken. Nur so kommen seine weinigen Noten und Fruchtcharaktere zum Vorschein.

Machen Sie selbst den Test. Trinken Sie aus ein und demselben Glas einen winzigen Schluck und beschreiben den Champagner. Danach das Gleiche noch mal mit einem grossen Schluck, wie aus einem Wasserglas. Was für ein Unterschied!
Vor allem aber ist das Geniessen in grossen Schlücken mit viel mehr Spass verbunden: es wird schneller eine neue Flasche benötigt :-)


Das Besondere an der „Methode Champenois“ ist, dass die Champagner nicht im Weinfass sondern in der Flasche vergären und dort die so wichtige Kohlensäure produzieren und einen besonderen Geschmack erhalten.
Der Gärprozess findet mit Hilfe der Hefe im Wein statt. Einfache Standard Champagner bleiben für 15 Monate mit Hefe in der Flasche in den Lagerhallen. Hochwertige Champagner, z.B. Jahrgangs-Champagner, werden oftmals über drei bis sechs Jahre „auf der Hefe“ und in der Flasche gelagert.

Bevor der Champagner nun für den Verkauf bereitgestellt werden kann, muss die Hefe aus der Flasche entfernt werden, da sie trübe aussieht und nicht sonderlich schmeckt. Genau hier kommt das „Rütteln“ der Flaschen ins Spiel. Die Flaschen werden mit dem Hals nach unten in schräg aufgestellte „Rüttelpulte“ gesteckt (Siehe Bild rechts). Dann werden sie bis zu 12 Wochen lang täglich, meist noch per Hand, von den sog. Remueurs (den „Rüttlern“) gerüttelt, um ein-achtel gedreht und immer steiler in das Regal gestellt, bis die Flaschen ganz auf dem Kopf stehen. So setzt sich Schritt für Schritt der Bodensatz bzw. die Hefe im Flaschenhals ab und kann später aus der Flasche entfernt werden. Erfahrene Rüttelmeister können pro Tag rund 30.000 Flaschen Champagner drehen – wobei viele grosse Firmen das Rütteln heute maschinell durchführen.


Neue Sorte bei Champagne Bauget Jouette

Author: Stephan A. Paxmann

Beim letzten Treffen mit Nicolas Bauget von Champagne Bauget Jouette gab es wieder einmal eine Neuigkeit: Die neue Cuvée EXTRA BRUT!
Der Champagner präsentiert sich nach dem Degorgement im Dezember schon recht elegant und fein. Die Kohlensäure ist sehr schön eingebettet, wenn auch noch zu Beginn der Flasche etwas “überschäumend”, und bietet neben einer leicht blass goldenen Farbe (etwas Grünstich) einen passenden Anblick für einen Extra Brut. Mit den 3-4 gr Zucker / Liter orientiert er sich an dem natürlichen Zuckeranteil und ist nicht ein “reiner” Zero Dosage (von 0 bis 3 gr / L) sondern eben Extra Brut (4 – 6 gr).

Am Gaumen macht er Spass. Sehr elegante leichte Hefenoten, fein nussig. Noten von Limette, grüner Apfel, etwas Pampelmuse (?). Die Säure noch etwas vordergründig, aber nicht bissig. Ich denke, dass innerhalb der nächsten paar Monate der knackige Biss noch etwas zurück geht. Im Abgang bleibt er sehr schön lange und vor allem weich (!) im Mund und lässt den Geschmack noch ein paar Minuten gut stehen (Wenn man nicht sofort hinterher isst oder trinkt ;-) ).

Insgesamt sehr gelungen, immer noch mit Reifepotential und vor allem nach gemeinsamer Ansicht innerhalb der nächsten paar Monate noch mit sehr viel mehr Eleganz!

CC Punkte: 89 – 90 Punkte

https://www.champagner-genuss.de/Bauget-Jouette-Zero-Dosage/


Champagner in der Krise… ?

Author: Stephan A. Paxmann

Alle Welt spricht von Finanzkrise. Die Rezession lauert überall. Kurzarbeit und drohende Arbeitslosigkeit stehen ins Haus. Was macht die Politik? (Das war eine rhetorische Frage…)

Und gerade in diesen Zeiten ist Muse, Besinnung auf die eigenen Stärken und Emotionen, und der Blick auf das Wirkliche ein wichtiger Schritt zum “Trotzdem Glücklichsein”… Champagner kann in diesen Lebenslagen wunderbar helfen, einen freien Geist zu bekommen und mit Abstand die wichtigen von den unwichtigen Dingen zu unterscheiden.

Wie hat Napoleon schon gesagt: “Nach dem Sieg verdienst Du ihn, nach der Niederlage brauchst Du ihn!”

In diesem Sinne a votre Santé und herzlich Willkommen zum ersten Artikel im neuen Champagner-Blog von Champagner & Genuss

Stephan
www.champagner-genuss.de