Hintergrund: Champagner im 18. Jahrhundert

Champagner - made in UK ??
Zu dieser Zeit war Champagner auch im Geschmack gänzlich anders als heute: er war nämlich richtig süss, so wie wir ihn heute nicht mehr wirklich trinken würden. Stellen Sie sich eine Beerenauslese mit Perlage vor! Dennoch galt es damals als très chique, diese süssen Tropfen zum Dessert oder als Apero zu trinken.
So kam es, dass aus den diversen Weingütern im Jahre 1729 das erste „Champagnerhaus“ gegründet wurde, dass sich ausschliesslich auf die Herstellung prickelnder Weine spezialisierte. Ein Tuchhändler aus Reims mit Namen Nicolas Ruinart gründete das erste Haus am Platze: Champagne Ruinart. Noch heute gilt Ruinart als eines der exquisitesten Häuser der Champagne, was mit seinem Gründungsdatum und –status gerne wirbt.
Dennoch waren die ersten Jahre nicht ganz einfach, so dass bis Ende des 18. Jahrhunderts nur 10 Champagnerhäuser gegründet wurden. Oftmals lief der „sprudelnde Wein“ noch als eine Sorte neben den anderen stillen Weinen eines Hauses her. Häuser wie Heidsieck, Louis Roederer (zumindest das Vorgängerchampagnerhaus Dubois) oder Veuve Clicquot Ponsardin haben ihren Ursprung in dieser Zeit. Ebenso kleinere Winzer wie Drappier, Tarlant oder Chartogne-Taillet gehen auf diese Zeit zurück, wenn auch oftmals noch hauptsächlich für stille Weine.
Erst ab dem 19. Jahrhundert schossen die meissten Champagnerhäuser aus dem Boden, nachdem viele bemerkt hatten, dass perlender Champagner äusserst beliebt war und gutes Geschäft generierte. In diesen Jahren wurden Häuser wie Bollinger (1829), Krug (1843), Bauget-Jouette (1822), Herbert Beaufort (1820) und Moutard gegründet. Bis heute halten sie die Tradition des Königs der Weine aufrecht!
Tags: geschichte, ruinart, Winzerchampagner
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August 25th, 2009 at 20:44
Und warum haben die Briten dann nicht auch selber den Champagnerhandel aufgegriffen und für sich in Anspruch genommen? Selber schuld… Deswegen gibts heute eher Ale und Bitter als Champagner…