Archive for August, 2009


Winzerportrait: Tarlant

Author: Stephan A. Paxmann

oeuilly

Œuilly liegt auf der Spitze eines Hügels, südlich vom traumhaften Marnetal. Vom Hof der Tarlants bietet sich ein wunderschönes Panorama der Weinberge nördlich der Marne, die sich kilometerlang durch die verschiedensten Lagen erstrecken. Bei gutem und klarem Wetter erstreckt sich der Blick sogar bis zur Spitze der Abtei in Hautvillers, in der Dom Perignon seinerzeit die Assemblage, also das Verschneiden verschiedener Weine zu einer einzigen Cuvée, entwickelt und hoffähig gemacht hat.

Diese edle und traditionelle „Kunst“ der Champagner-Komposition beherrscht auch Champagne Tarlant in Perfektion. Sogar noch bevor Dom Perignon seine Assemblage durchführte, waren die Tarlants schon als Weinhändler aktiv. Im Jahre 1687 hatte Pierre Tarlant begonnen, die ersten Weinberge zu bestellen und legte damit den Grundstein für eine Jahrhunderte andauernde Familienhistorie. Wenn auch zu Beginn nur dem Anbau von Rebstöcken und der Kelterung von nicht perlendem Wein (Stillwein) das Hauptaugenmerk gehörte, so begann Alexis Théodore Tarlant Anfang des 20. Jahrhunderts, sich der Champagnerproduktion hinzugeben. Im Jahre 1929 stellte er den ersten „Champagne Tarlant“ her, der unter dem Namen „Carte Blanche“ vorerst noch an Kunden im näheren Umkreis von Epernay und Paris verkauft wurde.

Die Ergebnisse waren beachtlich und so beschloss die Familie, dem Champagner fortan sämtliche Aufmerksamkeit zu widmen. Die Söhne kauften ein paar bedeutende Parzellen an Weinbergen hinzu und forcierten den Verkauf der Champagner. In einer schwierigen Zeit vergrösserten Sie das Gut auf insgesamt 13 Hektar Weinberge und begannen mit dem Export Ihrer Tropfen. Heute werden rund 110.000 Flaschen pro Jahr in den Markt gebracht.

Doch nicht nur als Winzer erlangen die Tarlants in dieser Zeit Einfluss. Jean-Mary, der heutige offizielle Besitzer von Champagne Tarlant (inoffiziell und mit einem Augenzwinkern hat natürlich sein immer noch agiler Grossvater George Louis mit knapp 100 Jahren die Fäden in der Hand…), hat sich in diversen wichtigen Funktionen um die traditionelle Weinkultur der Champagne verdient gemacht. Aus dieser Passion kommt auch der Luxus, die alten Weinstöcke bewahrt zu haben und heute Reben mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren zu besitzen!

Kein Wunder also, dass sein Sohn Benoit, ausgestattet mit einer fundierten internationalen Ausbildung im Weinbau und der Winzertradition in den Genen, seit nun über 5 Jahren den Weinkeller überwacht und als Chef de Cave Champagne Tarlant in eine neue Generation führt. Dom Perignon hätte seine Freude daran gehabt…


Hintergrund: Champagner im 18. Jahrhundert

Author: Stephan A. Paxmann

Champagner - made in UK ??

Champagner - made in UK ??

Champagner gilt schon seit Urzeiten als einer der besten Weine aus Frankreich. Dabei war er aber nicht immer perlend und mit Kohlensäure versetzt. Erst der Transport in Fässern nach England brachte die zunächst ungewünschte zweite Gährung in Gang, die als Ergebnis u.a. die Kohlensäure im Wein entstehen lässt – ein Umstand übrigens, den die Franzosen bis heute den Engländern nicht wirklich verziehen haben…

Zu dieser Zeit war Champagner auch im Geschmack gänzlich anders als heute: er war nämlich richtig süss, so wie wir ihn heute nicht mehr wirklich trinken würden. Stellen Sie sich eine Beerenauslese mit Perlage vor! Dennoch galt es damals als très chique, diese süssen Tropfen zum Dessert oder als Apero zu trinken.

So kam es, dass aus den diversen Weingütern im Jahre 1729 das erste „Champagnerhaus“ gegründet wurde, dass sich ausschliesslich auf die Herstellung prickelnder Weine spezialisierte. Ein Tuchhändler aus Reims mit Namen Nicolas Ruinart gründete das erste Haus am Platze: Champagne Ruinart. Noch heute gilt Ruinart als eines der exquisitesten Häuser der Champagne, was mit seinem Gründungsdatum und –status gerne wirbt.
Dennoch waren die ersten Jahre nicht ganz einfach, so dass bis Ende des 18. Jahrhunderts nur 10 Champagnerhäuser gegründet wurden. Oftmals lief der „sprudelnde Wein“ noch als eine Sorte neben den anderen stillen Weinen eines Hauses her. Häuser wie Heidsieck, Louis Roederer (zumindest das Vorgängerchampagnerhaus Dubois) oder Veuve Clicquot Ponsardin haben ihren Ursprung in dieser Zeit. Ebenso kleinere Winzer wie Drappier, Tarlant oder Chartogne-Taillet gehen auf diese Zeit zurück, wenn auch oftmals noch hauptsächlich für stille Weine.
Erst ab dem 19. Jahrhundert schossen die meissten Champagnerhäuser aus dem Boden, nachdem viele bemerkt hatten, dass perlender Champagner äusserst beliebt war und gutes Geschäft generierte. In diesen Jahren wurden Häuser wie Bollinger (1829), Krug (1843), Bauget-Jouette (1822), Herbert Beaufort (1820) und Moutard gegründet. Bis heute halten sie die Tradition des Königs der Weine aufrecht!


Champagner in der Krise… ?

Author: Stephan A. Paxmann

Alle Welt spricht von Finanzkrise. Die Rezession lauert ĂĽberall. Kurzarbeit und drohende Arbeitslosigkeit stehen ins Haus. Was macht die Politik? (Das war eine rhetorische Frage…)

Und gerade in diesen Zeiten ist Muse, Besinnung auf die eigenen Stärken und Emotionen, und der Blick auf das Wirkliche ein wichtiger Schritt zum “Trotzdem GlĂĽcklichsein”… Champagner kann in diesen Lebenslagen wunderbar helfen, einen freien Geist zu bekommen und mit Abstand die wichtigen von den unwichtigen Dingen zu unterscheiden.

Wie hat Napoleon schon gesagt: “Nach dem Sieg verdienst Du ihn, nach der Niederlage brauchst Du ihn!”

In diesem Sinne a votre Santé und herzlich Willkommen zum ersten Artikel im neuen Champagner-Blog von Champagner & Genuss

Stephan
www.champagner-genuss.de